Die Künstlerin Ellen Esser präsentiert ihren neuen Roman „Maries Labyrinth“ in ihrem temporären Steinlabyrinth im Volkspark Hasenheide. In dem Roman geht es um die 33 jährige Marie, die in Berlin lebt. Sie hat in Kreuzberg eine Werbeagentur gegründet, um selbständig zu sein, aber ihr dominanter Vater vermittelt ihr immer wieder lukrative Kunden und mischt sich in ihr Leben ein. Außerdem leidet sie darunter, dass ihr Bruder Ulf vom Vater mit seiner schrägen Kunst gar nicht anerkannt wird. Eigentlich war der Ausbruch einer Migräne der Aufhänger für ihre Rückführungstherapie, jedoch beginnt sie durch die Reisen in ihre 'vergangenen Leben' zu verstehen, wie sie die Familienkonflikte lösen kann und ihr Leben in Fluss kommt.

Dieser Roman ist ein sehr gelungenes Debüt, das Lust auf mehr bereitet. Die Sprache ist zügig und frech, der Aufbau logisch und stringent. Der fast kriminalistisch eingepackte Plot liest sich mit Spannung. Die Geschichte im heutigen weltoffenen Berlin ist interessant und gespickt mit den vielseitigen Charakteren, die zu dieser Stadt gehören. Das wie in einem Labyrinth versteckte Familiengeheimnis zieht sich wie ein roter Faden um die Beziehungen. Die Protagonistin Marie spricht an als Figur, und als LeserInnen begleiten wir sie in einer umfassenden Selbstfindung, selbstredend mit Abwegen bestickt. Und mehr soll nicht verraten werden. Ein echt kurzweiliges Lesevergnügen!
Region: 
Berlin