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Wie kann das Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft funktionieren? Der erfahrene und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnete Neuköllner Psychologe Kazım Erdoğan steht für konkrete Handlungsanweisungen, wenn es um erfolgreiche Integration auf Augenhöhe geht. Zusammen mit der Autorin Sonja Hartwig liest und diskutiert er aus dem gemeinsamen Buch: »Kazım, wie schaffen wir das? - Kazım Erdoğan und seine türkische Männergruppe – vom Zusammenleben in Deutschland«.

Kazım Erdoğan hat eine Lebensgeschichte, die sich auf den ersten Blick nicht von den üblichen Migrationsbiografien unterscheiden mag, sich dennoch in vielerlei Hinsicht als Erfolgsgeschichte entpuppt hat. Als Psychologe und Sozialarbeiter hat sich Kazım Erdoğan mit seinem Verein »Aufbruch aus Neukölln e.V.«, dessen Vorstandsvorsitzender er ist, einen bundesweiten Namen gemacht. Die erste Vätergruppe des Landes, eine Selbsthilfegruppe für türkeistämmige Männer, wurde von ihm initiiert und fand schnell Multiplikatoren. 2012 bekam er dafür sorgar das Bundesverdienstkreuz.

Die Autorin Sonja Hartwig schildert in ihrem Buch „Kazım, wie schaffen wir das?“ mit biografischen Erzählungen, Aufzeichnungen von Gesprächen der Männergruppe und Interviews einen Einblick in das Leben von Kazım Erdoğan. Vor allem aber gibt es türkeistämmigen Männern mit Zuwanderungsgeschichte und ihren Erfahrungen eine Stimme.

Kazim Erdogan ist ohne Frage einer der kenntnisreichsten "Integrationsexperten" in Berlin. Seine Biografie ist von unermüdlichem Engagement geprägt und von einer Leidenschaft für’s miteinander Sprechen, bei dem die selbsterfahrenen Missachtungen einfließen. Seit 2007 leitet er die deutschlandweit erste Selbsthilfegruppe für türkischsprachige Männer, die als "Väter- und Männergruppe" bekannt ist. Diese Gruppe trifft sich einmal pro Woche, um über Themen wie Gewalt, Teilhabe, Toleranz, Sexualität und Suchtproblematiken zu diskutieren. Die Männer, denen Kazim immer auf Augenhöhe begegnet, hatten als Söhne zumeist autoritäre, schlagende Väter, sie sind wenig in den Arbeitsmarkt integriert, fühlen sich in ihrer "Ehre" verletzt, oft haben sich ihre Frauen von ihnen getrennt.
Ziel der Gruppenarbeit ist die Stärkung des gelingenden Zusammenlebens zwischen Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser und sozialer Herkunft, die Stärkung des Austauschs über Frauen- und Kinderrechte und gemeinsame Aktivitäten für eine gewaltfreie und demokratische Familie und Gesellschaft.

Die Lesung wird sehr konkret veranschaulichen, wie "maskulinische" Lebensentwürfe tradiert werden, in welche Sackgassen sie führen und wie unter diesen Umständen dennoch Veränderungen, ja ein Neustart des Lebens gelingen kann. Mit seinem gemeinnützigen Verein "Aufbruch Neukölln e.V." hat Kazim viele weitere Projekte auf die Beine gestellt.

Nach der Lesung gibt es Raum für viele Fragen, die mit den unerledigten Aufgaben der Integrationspolitik hierzulande zu tun haben, wie wir Männer mit Migrationshintergrund besser erreichen und bessere Netzwerke aufbauen können, wie wir das friedliche Miteinander stärken können und zu den verlorenen Vätern in der Migration.

Die Lesungen finden deutschlandweit statt. So zum Beipiel:

 

 

25.06.2018, 18:00 Uhr
JVA des Offenen Vollzuges Berlin
Niederneuendorfer Allee 140 - 150
13587 Berlin

 

06.06.2018 um 19:00 Uhr
BayernForum der FES
Herzog-Wilhelm-Str. 1
80331 München

Rückschau

 

05.06.2018 ab 19:00 Uhr
Egerland-Kulturhaus
Fikentscherstraße 24
95615 Marktredwitz

Eine Veranstaltung von Georg-von-Vollmar-Akademie e.V., AWO Arzberg/Schirnding e.V. und AWO Marktredwitz e.V.

 

04.06.2018 um 18:30 Uhr
Grandhotel Cosmopolis
Springergässchen 5
86152 Augsburg

 

01.06.2018 um 18:45 Uhr
Aufbruch Neukölln e.V.
Uthmannstraße 17
12043 Berlin

Eine Veranstaltung im Rahmen des Festivals »Offenes Neukölln«.

 

09.05.2018 um 19:00 Uhr
Wichern Gemeindehaus
Wichernstraße 15
32547 Bad Oeynhausen

Für einen Bericht über diese Veranstaltung hier klicken.

 

08.05.2018 um 18:30 Uhr
FBZ – Grille
Ludwig-Jahn Str. 12
38518 Gifhorn

Moderation: Mehtap Aydinoglu und Marion Friemel

Eine Kooperation zwischen Kreisjugendförderung, Stadtjugendförderung und des Internationalen Frauengesprächskreises der Stadt- und des Landkreises Gifhorn

 

18.04.2018 um 19:00 Uhr
Ort: CONFAMILIA
Lahnstraße 84
12055 Berlin